Phoenix Contact: Stromversorgungen, Überspannungsschutz und Geräteschutzschalter 2017/18
Weitere Informationen und vollständige technische Daten unter phoenixcontact.net/products 309 PHOENIX CONTACT Die richtige Absicherung eines Stromkreises Die richtigeWahl des Schutzgerätes sorgt für den sicheren Betrieb elektrischer Anla- gen und hohe Anlagenverfügbarkeit. Leitungsschutzschalter schützen in Ge- bäuden oder Anlagen die Leitungen für die Stromverteilung. Sie schalten lediglich bei einem Kurzschluss im Endgerät ab, um die Stromleitung vor Überlast zu schützen. Die Schutzschalter haben eine hohe Schaltkapa- zität ab 6 kA aufwärts. Als letzte Schutzstufe für Endgeräte bie- ten thermomagnetische und elektronische Schutzschalter den wirkungsvollsten Kurz- schluss- und Überlastschutz. Werden ein- zelne Verbraucher oder kleine Funktions- gruppen getrennt abgesichert, dann können im Fehlerfall nicht betroffene Anlagenteile weiter arbeiten, soweit es der Gesamtpro- zess zulässt. Wird ein Stromkreis neu installiert, sollte gleich auf eine angepasste Absicherung des vorgesehenen Endgerätes geachtet werden. Bei der Installation sind auch Leitungslängen und Leitungsquerschnitte zu berücksichti- gen. Die Leitungen müssen für den zu er- wartenden Betriebsstrom, aber auch für ei- nen eventuellen Überlast- und Kurzschlussstrom, ausgelegt sein. Im Rah- men einer gestaffelten Absicherung von An- lagenbereichen ist die Selektivität zwischen den einzelnen Sicherungen bzw. Schutzgerä- ten einzuhalten. Auch das sorgt für eine bessere Anlagenverfügbarkeit, weil nur der fehlerhafte Stromkreis abgeschaltet wird. Es ist ratsam, Geräteschutzschalter im Schaltschrank gut erreichbar zu installieren, so dass sie sich nach dem Auslösen schnell und problemlos wieder einschalten lassen. Auch sollte ein Schaltschrank nicht überbe- stückt werden, um die Stromversorgung nicht zu überlasten. Außerdem sollten Sie für eine ausreichende Luftzufuhr und Küh- lung sorgen. So lassen sich Fehlauslösungen vermeiden. Einfluss von Leitungslängen auf das Abschaltverhalten Lange Leitungswege begrenzen im Fehler- fall den erforderlichen Auslösestrom. Sie können das Abschalten dadurch verzögern oder verhindern. Die maximal verwendbare Leitungslänge zwischen Stromversorgung und Endgerät hängt von folgenden Kriterien ab: – Maximaler Strom der Stromversorgung – Innenwiderstand des Schutzschalters – Leitungswiderstand Der Leitungswiderstand ist abhängig von der Leitungslänge und dem Leiterquer- schnitt. Aus dem Grund sollte bei der Ins- tallation grundsätzlich der kürzeste Lei- tungsweg gewählt werden. Länge und Querschnitt bestimmen die Abschaltbedingungen für einen Geräte- schutzschalter. Der Leitungswiderstand wirkt einem Kurzschlussstrom entgegen. Bei leistungsar- men Spannungsquellen kann ein Kurz- schlussstrom vom Leitungswiderstand der- art begrenzt werden, dass eine Schutzeinrichtung diesen Strom nicht mehr als Kurzschlussstrom wahrnimmt. Zum Bei- spiel liegt bei Leitungsschutzschaltern mit C-Charakteristik die obere Auslösegrenze deutlich über demNennstrom. Darum kann es besonders bei diesen Schutzeinrichtun- gen zum verzögerten Abschalten im Kurz- schlussfall kommen. Optimierte Schutzgeräte mit SFB-Cha- rakteristik oder aktiver Strombegrenzung erkennen frühzeitig, wenn der Nennstrom überschritten wird. Geräteschutzschalter Grundlagen
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