Phoenix Contact: Interface-Technik und Schaltgeraete 2017/18
Beschaltung der Last zusätzliche Abfallverzö- gerung definierte Induktionsspanungs- begrenzung bipolar wirksame Dämpfung Vorteile und Nachteile Diode groß ja (U D ) nein Vorteile: • guter Wirkung auf Lebensdauerver- längerung der Kontakte • einfache Realisierung • kostengünstig • zuverlässig • unkritische Dimensionierung • kleine Induktionsspannung Nachteile: • Dämpfungnur über Lastwiderstand • Hohe Abfallverzögerung Reihenschaltung Diode / Zener-Diode mittel bis klein ja (U ZD ) nein Vorteile: • unkritische Dimensionierung Nachteile: • Bedämpfung nur oberhalb U ZD • geringeWirkung auf Lebensdauer- verlängerung der Kontakte Suppressordiode mittel bis klein ja (U ZD ) ja Vorteile: • kostengünstig • unkritische Dimensionierung • Begrenzung positiver Spitzen • für Wechselspannung geeignet Nachteile: • Bedämpfung nur oberhalb U ZD • geringeWirkung auf Lebensdauer- verlängerung der Kontakte Varistor mittel bis klein ja (U VDR ) ja Vorteile: • hohe Energieabsorption • unkritische Dimensionierung • für Wechselspannung geeignet Nachteile: • Bedämpfung nur oberhalb U VDR • geringeWirkung auf Lebensdauer- verlängerung der Kontakte R/C-Kombination mittel bis klein nein ja Vorteile: • HF-Dämpfung durch Energiespei- cherung • für Wechselspannung geeignet • pegelunabhängige Bedämpfung Nachteile: • genaue Dimensionierung erforder- lich • hoher Einschaltstromstoß • geringeWirkung auf Lebensdauer- verlängerung der Kontakte Grundsätzlich gibt es verschiedene Mög- lichkeiten eine effektive Beschaltung anzu- bringen: 1. Beschaltung des Kontakts, 2. Beschaltung des Verbrauchers, 3. Kombination der beiden Beschaltungen. Prinzipiell sollte eine Schutzmaßnahme di- rekt dort greifen, wo sich die Quelle der Störung befindet. Die Beschaltung des Verbrauchers ist also der Beschaltung des Kontakts vorzuziehen. Folgende Punkte wirken sich bei der Ver- braucherbeschaltung (rechtes Bild) vorteilig aus: 1. Die Beschaltung wird beim Abschalten lediglich mit der Induktionsspannung be- lastet. Im Gegensatz dazu liegt an der Kontaktbeschaltung die Summe aus Be- triebsspannung und Induktionsspannung. 2. Bei geöffnetem Kontakt ist die Last von der Betriebsspannung galvanisch ge- trennt. 3. Ein Erregen oder „Klebenbleiben“ der Last durch unerwünschte Betriebsströ- me von z. B. RC-Gliedern ist nicht mög- lich. 4. Abschaltspitzen der Last können nicht in parallellaufende Steuerleitungen einge- koppelt werden. Magnetventile werden heute meist über Ventilstecker angeschlossen, die auch mit LED und induktionsspannungebegrenzen- den Bauteilen geliefert werden. Ventilste- cker mit RC-Glied, Varistor oder Z-Diode löschen den Schaltlichtbogen jedoch oft nicht und dienen nur der Einhaltung der EMV-Gesetzgebung. Lediglich Ventilstecker mit integrierter Freilaufdiode 1N4007 lö- schen den Schaltlichtbogen schnell und si- cher und erhöhen die Lebensdauer des Re- lais um den Faktor 5 bis 10. Ventilstecker mit LED, integrierter 1N4007 und freiem Leitungsende können im SAC-Programm auf Anfrage geliefert werden. Beschaltung des Kontakts Beschaltung des induktiven Verbrauchers Applikationsbeispiel: Messstellenumschaltung Applikationsbeispiel: SPS-Eingabesignal Schalten von kleinen Leistungen Kleine Leistungen müssen vor allem in solchen Anwendungen verarbeitet werden, in denen Signale an Steuereingänge (z. B. ei- ner SPS) weitergeleitet werden sollen. Bei diesen Lasten im Kleinleistungsbe- reich entsteht kein Schaltfunke (Lichtbogen) an den Kontakten. Neben dem stets vorhandenen Reini- gungseffekt durch die Kontaktreibung über- nimmt dieser Schaltfunke bei Leistungskon- takten die Funktion, die auf den Kontaktoberflächen entstehenden nicht lei- tenden Fremdschichten zu durchschlagen. Last Last Last Last Last Auswert- elektronik Endschalter SPS- Eingabe- karte 288 PHOENIX CONTACT Relaismodule Grundlagen der Relaistechnik
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