Phoenix Contact: Interface-Technik und Schaltgeraete 2017/18
Weitere Informationen und vollständige technische Daten unter phoenixcontact.net/products Externes RC-Entstörglied gegen Spannungseinkopplungen Für die Dimensionierung des RC-Glieds werden folgende Werte empfohlen: – R = 100 bis 220 – C = 220 bis 470 nF Für noch höhere Störsicherheit wurden die SO46-Baureihen entwickelt, die bereits ein RCZ-Filter integriert haben. Siehe z. B. PLC...SO46. Kontaktseite, Kontaktmaterialien Bei der Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen der Indust- rie ist es nötig, die Relais durch die richtige Wahl des Kontaktwerkstoffs an die vielfälti- gen Aufgabenstellungen anzupassen. Die Werte für Spannung, Strom und Leis- tung sind für die Eignung der Kontaktwerk- stoffe wichtig. Weitere Kriterien sind: – Kontaktwiderstand, – Abbrandfestigkeit, – Materialwanderung, – Verschweißneigung, – Chemische Einflüsse. Hiermit lassen sich die verschiedenen Kontaktwerkstoffe, zumeist Edelmetallle- gierungen, entsprechenden Anwendungsbe- reichen zuordnen. In der nebenstehenden Tabelle sind einige der wichtigsten Materialien aufgeführt. Kontaktschutzbeschaltung Jeder elektrische Verbraucher stellt eine Mischlast mit ohmschen, kapazitiven und in- duktiven Anteilen dar. Beim Schalten dieser Lasten ergibt sich eine mehr oder weniger große Belastung für den schaltenden Kontakt. Durch eine geeig- nete Kontaktschutzbeschaltung kann diese Belastung reduziert werden. Da in der Praxis überwiegend Verbrau- cher mit großem induktiven Anteil wie Schütze, Magnetventile, Motoren usw. ein- gesetzt werden, sollen diese Einsatzfälle nä- her betrachtet werden. Durch die in der Spule gespeicherte Ener- gie entstehen beim Abschalten Spannungs- spitzen mit Werten bis zu einigen tausend Volt. Am schaltendem Kontakt verursachen diese hohen Spannungen einen Lichtbogen, der den Kontakt durch Materialverdamp- fung und Materialwanderung zerstören kann. Die elektrische Lebensdauer wird da- durch erheblich verringert. Im Extremfall kann das Relais bei Gleichspannung und ste- hendem Lichtbogen bereits beim ersten Schaltspiel ausfallen. Um die Entstehung des Lichtbogens zu unterdrücken, ist eine Schutzbeschaltung einzusetzen. Bei optimaler Dimensionie- rung lassen sich nahezu die gleichen Schalt- zyklen erreichen wie bei ohmscher Last. Kontaktwerkstoff Typische Eigenschaften Typische Anwendungen Richtwerte für den Anwen- dungsbereich* Gold Au weitgehend unempfindlich gegenüber Industrie- atmosphäre, bei Legierung mit Nickel (AuNi) oder Silber (AuAg) geringe und konstante Übergangs- widerstände im Bereich kleiner Schaltleistungen. trockene Mess- und Schaltkrei- se, Steuerungseingänge A ... 0,2 A V ... 30 V Silber Ag hohe elektrische Leitfähigkeit, empfindlich gegen Schwefeleinflüsse, deshalb oft als Lagerschutz hauchvergoldet (ca. 0,2 m), Legierungen mit Nickel (AgNi)oder Kupfer(AgCu)erhöhendiemechanische Festigkeit und die Abbrandfestigkeit und verringern die Schweißneigung. universell einsetzbar, geeignet für mittlere Belastungen, bei Le- gierung mit Nickel (AgNi 0,15) für Gleichstromkreise mit mittlerer bis hoher Belastung 12 V 10 mA Silber hartvergoldet Ag + Au Eigenschaften ähnlich Gold Au, beim Schalten von Lasten > 30 V/0,2 A wird die Hartgoldauflage (5-10 m) zerstört und es gelten die Werte und Eigenschaften des Ag-Kontakts. Es muss dann je- doch mit einer geringeren Lebensdauer gerechnet werden. geeignet für Steuerungseingän- ge und andere kleine Belastun- gen. 100 mV 1 mA WolframW höchster Schmelzpunkt, sehr hohe Abbrandfestig- keit, höhere Übergangswiderstände, sehr geringe Schweißneigung, korrosionsanfällig, oft als Vorlauf- kontakt verwendet. Lasten mit sehr hohen Einschalt- strömen, z. B. Glühlampen, Leuchtstofflampen. 60 V 1 A Silber-Nickel AgNi hohe Abbrandfestigkeit, geringe Schweißneigung, höhere Kontaktwiderstände als bei reinem Silber. universell einsetzbar, geeignet fürmittlerebishoheBelastungen, Gleichstromkreise und induktive Lasten. 12 V 10 mA Silber-Nickel AgNi + Au Eigenschaften ähnlich Gold Au, beim Schalten von Lasten > 30 V/0,2 A wird die Hartgoldauflage (5-10 m) zerstört und es gelten die Werte und Eigenschaften des AgNi-Kontakts. Es muss dann je- doch mit einer geringeren Lebensdauer gerechnet werden. geeignet für Steuerungseingän- ge und andere kleine Belastun- gen. 100 mV 1 mA Silber-Zinnoxyd AgSnO geringe Schweißneigung, sehr hohe Abbrandfestig- keit bei hohen Schaltleistungen, geringe Material- wanderung Anwendung stark abhängig vom Relaistyp,Schaltkreisemithohen Ein- und Ausschaltbelastungen, z. B. Glühlampen und Leucht- stofflampen, Gleich- und Wech- selstromkreise. Durch unterschiedliche Legierungen und Herstellerverfahren teilweise auch für kleinere Lasten geeig- net. 12 V 100 mA ( 10 mA) Silber-Zinnoxyd hartvergoldet AgSnO + Au Eigenschaften ähnlich Gold Au, beim Schalten von Lasten > 30 V/0,2 A wird die Hartgoldauflage (5-10 m) zerstört und es gelten die Werte und Eigenschaften des AgSnO-Kontakts. Es muss dann jedoch mit einer geringeren Lebensdauer gerechnet werden. geeignet für Steuerungseingän- ge und andere kleine Belastun- gen. 100 mV 1 mA * Werte hängen vom eingesetzten Relais und weiteren Einsatzbedingungen ab. U STÖR Rückfallspannung liegt für DC-Relais bei 0,05 x U N und für reine AC-Relais bei 0,15 x U N . Die gleichen Störungen können auftreten, wenn ein Relais mit geringer Eingangsleis- tung von einer Elektronikbaugruppe mit RC-beschaltetem Wechselspannungsaus- gang angesteuert wird. Der typische Leckstrom solcher RC-Glieder von meist einigen mA liefert genug Steuerleistung, um das nachgeschaltete Relais nicht abfallen zu lassen oder sogar zu erregen. Der Störpegel vorhandener Störspannun- gen lässt sich mithilfe einer Parallelschaltung eines RC-Glieds zur Relaisspule reduzieren. Durch diese Maßnahme wird die Störspan- nung zusätzlich kapazitiv belastet und bricht zusammen. 287 PHOENIX CONTACT Relaismodule Grundlagen der Relaistechnik
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