Phoenix Contact: Automation 2017/18
334 PHOENIX CONTACT Industrielle Kommunikationstechnik LWL-Installationstechnik Die faseroptische Datenübertragung im Industriebereich hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In be- sonders kritischen Applikationen mit sehr hohen Anforderungen an die Verfügbarkeit ist sie mittlerweile Standard. Begründet liegt dies in den vielen Vorteilen, die die fa- seroptische Datenübertragung gegenüber herkömmlicher Kupfertechnik bietet. Die Hauptvorteile sind: – Höchste Störsicherheit auch unter extre- men elektromagnetischen Einflüssen – Hochwertige Potenzialtrennung zwischen den Teilnehmern – Maximale Übertragungsdistanzen bis zu mehreren Dutzend Kilometern bei gleich- zeitig höchster Datenrate – Maximale Teilnehmerzahl ohne Begren- zung durch die elektrischen Eigenschaften der verwendeten Kommunikations- schnittstelle Hierdurch ergibt sich in industriellen Ap- plikationen ein deutlicher Zugewinn an Leis- tungsfähigkeit und Störsicherheit der Kom- munikationsinfrastruktur, ohne dass aufwendige Überspannungsschutzmaßnah- men, Schirmungs- und Potenzialausgleich- konzepte berücksichtigt werden müssen. Für Distanzen bis 100 m werden preis- werte Endgeräte und Polymerfaserkabel (POF) eingesetzt. Mit F-SMA-Schnellan- schlusssteckern lässt sich das Kabel sehr einfach selbst konfektionieren. Die Endgerä- te übertragen das Licht mit einer Wellenlän- ge von 660 nm. Die auf dieser Wellenlänge basierenden optischen Komponenten können kosten- günstig produziert werden. Dadurch kön- nen preiswerte Endgeräte angeboten wer- den. Im Zusammenhang mit der günstigen Polymerfaser und der einfachen An- schlusstechnik steht ein attraktiver Einstieg in die LWL-Technik zur Verfügung. Bei Distanzen bis 800 m können dieselben 660-nm-Endgeräte, jetzt aber mit PCF-Ka- bel eingesetzt werden. Auch dieses Kabel lässt sich mit Schnellanschlusssteckern selbst konfektionieren. Benötigt wird ledig- lich ein Spezialwerkzeug zum Abisolieren sowie zum Schneiden der optischen Faser. Wenn Sie Distanzen bis 2800 m mit PCF- Kabel und Schnellanschlusstechnik realisie- ren wollen, müssen Sie Endgeräte mit leis- tungsfähigen optischen Komponenten in 850-nm-Technik verwenden. Mit dieser Technik ausgestattete Endgeräte können bei Verwendung einer Multimode-Glasfaser gleichzeitig Entfernungen bis 4800 m reali- sieren. In vielen Applikationen wie z. B. Tunnel- bau oder Verkehrstechnik reichen auch die- se Distanzen oft nicht aus. Hier kommen Endgeräte mit optischen Schnittstellen in 1300-nm-Technik zum Einsatz, die auf höchste Leistungsfähigkeit ausgelegt sind. Diese Geräte erreichen mit Multimode- Glasfasern Distanzen bis 25 km und mit Singlemode-Glasfasern (oft auch als Mono- mode-Glasfaser bezeichnet) Distanzen bis zu 45 km.
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